Warum läuft auf CNN nur noch Haiti?

Was verbindet die USA mit Haiti im Gegensatz zu anderen krisengeschüttelten Regionen?

1. Strategische Lage:

Die Windward Passage ist eine Meerenge, die zwischen dem äußersten Südosten Kubas und dem Nordwesten Haitis verläuft.

So werden 68 % aller Waren, die in US-Häfen be- oder entladen werden, durch den Panamakanal transportiert und ein großer Teil davon wird auch durch die Windward Passage weitertransportiert, da sie die Hauptschifffahrtsroute zwischen dem Panamakanal und der Ostküste der USA ist. Die seit dem Leihvertrag von 1903 bestehende amerikanische Militärbasis in der Guantánamo-Bucht liegt ebenfalls an dieser für die USA strategisch so bedeutsamen Meerenge.

2. Militärischer Stützpunkt, Akzeptanz der Weltbank und des IWF:

Nach der Verfassungsreform von 1987 putschte das Militär, unterstützt durch die reiche Oberschicht, und regierte bis zu den Wahlen 1990, bei denen der katholische Armenpriester Jean-Bertrand Aristide mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde. Schon 1991 wurde er von Brigadegeneral Cédras wieder aus dem Amt geputscht. Unter dem Druck der O.A.S. entschieden sich die USA aber 1994 zu der militärischen Intervention Operation Uphold Democracy und ließen Aristide in sein Amt zurückkehren. Allerdings unter der Bedingung, dass er sich nun mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds abstimme, an die Regeln der Marktwirtschaft halte und einen Teil seiner Rechte an das Parlament abtrete…

1996 übergab Aristide entsprechend der Verfassung nach Ablauf einer Amtszeit das Amt an seinen Weggefährten René Préval.

Bei der chaotischen Wahl von 2000, kam es von Einschüchterungen bis hin zum Mord an Kandidaten beider Seiten auch zu Wahlfälschungen bei der Wertung und Auszählung der Stimmen durch die Regierung. Die Opposition unter Aristide bewirkte daraufhin einen weitgehenden Boykott der folgenden Präsidentenwahl, die Aristide daher im November 2000 mit über 91 Prozent der Stimmen gewann.

Als nach dem Amtsantritt 2001 seiner Regierung auch noch Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen wurde, kam es zu landesweit zunehmendem Aufständen, angefacht von Todesschwadronen des ehemaligen Diktators Duvalier sowie den ebenfalls gewalttätigen „Chimères“, Anhängern Aristides.

Unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen kam es schließlich zum Zusammenbruch innerstaatlicher Ordnung und im Februar 2004 mit Billigung durch den UN-Sicherheitsrat zur militärischen Intervention, bei der Chile, Frankreich, Kanada und die USA Truppen schickten. Aristide verließ das Land – nach Darstellung der Opposition, der USA und von Frankreich freiwillig, nach eigener Angabe in Folge eines Putsches.

An Stelle der ersten Interventionstruppen wurden dann 2004 im Rahmen von MINUSTAH rund 10.000 Blauhelm-Soldaten stationiert…

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