Finanzkrieg und Revolte

Gedanken zur Finanzkrise, gelesen via spiegelfechter („Hellas Wahnsinn“) via wolfwetzel

»Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.«

Ein Zitat von US-Multimilliardär und Finanz-Warlord Warren E. Buffet, 2005. Nur zwei Jahre später fielen Banken wie Kartenhäuser zusammen – ein Nine/Eleven der Business Class.

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Am Rand der Eurozone wird – in aller Öffentlichkeit – ein Exempel statuiert. Auf den Ehrenbühnen schaut man mit schaurig-geilen Blicken auf den noch ungewissen Ausgang. Exakt einen Tag nach dem 1. Mai werden die Diktate des IWF und der Europäischen Union im Detail öffentlich gemacht. Sei reichen von massiven Lohn- und Rentenkürzungen, über massive Angriffe auf Schutzrechte, bis zu Mehrwertsteuererhöhung und Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

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»Wir waren nahe dran an einem Zusammenbruch der Weltfinanzmärkte … Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss.«

Das sagte 2008 der heutige Bundespräsident Horst Köhler, ein Mann der von Monstern etwas versteht. Als er Chef des Internationalen Währungsfonds/IWF war, züchtete und hätschelte er die Monster, vor denen er heute warnt.

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Die Verbriefung und Verschachtelung von Krediten in Derivate, zu Beginn des neuen Jahrhunderts als innovative Finanzmarktprodukte gefeiert, standen am Anfang der Krise 2007/8. Nur ein Jahr später »feiern sie fröhliche Wiederkehr. Der beste und zugleich der größte Fonds unter ihnen, der W&W Asset Backed Securities, weist für die vergangenen sechs Monate eine Rendite von knapp 160 Prozent aus

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Wurden die zahlreichen Finanzmarktreformen (Zulassung von Hedgefonds, Hebelprodukten, Derivate usw.), die das legalisierten, was Jahre später fast zum Zusammenbruch geführt hätte, zurückgenommen? Nein.

Wurde ein Unternehmensstrafrecht eingeführt, das das Unternehmen juristisch haftbar macht und nicht einzelne Mitarbeiter? Nein.

Wurden die legalen Möglichkeiten zum Frisieren von Bilanzen (Auslagerung von ›Risiken‹ in Beteiligungs- also Scheinfirmen) rückgängig gemacht? Nein.

Wurden Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe ein ›systemisches Risiko‹, also erpresserisches Potenzial darstellen, aufgelöst? Nein.

Wurde wenigstens so getan? Ja.

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Der Krisenzug macht auf sehr unterschiedliche Weise in europäischen Ländern Halt. Während die Kernstaaten Europas noch Luft haben, beginnt die Treibjagd auf die schwachen Staaten. Während die DAX-Unternehmen seit 2009 ihren Börsenwert um sagenhafte 50 Prozent steigern konnten, Finanzfonds mit der Spekulation auf zahlungsunfähige Staaten traumhafte Renditen machen, werden die ersten Schafe am Ende der Euro-Herde gerissen. Griechenland erklärte Anfang 2010 den drohenden Staatsbankrott und die europäische Gemeinschaft lässt das griechische Familienmitglied gnadenlos zappeln. Ein kontrolliertes Absaufen. Zuerst müsse die griechische Regierung alle Anstrengungen unternehmen, ihre eigene Bevölkerung auszubluten, wenn nötig, auch ganz wörtlich…

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