(Hinter-)gründe der Ölpest

Obamas Aussage zu gutgläubig gegenüber der Ölbranche gewesen zu sein, kann man einem Präsidenten der USA eigentlich nicht abnehmen. So naiv kann man gegenüber der mächtigsten Lobby der Welt nicht sein, denn das ist alles nichts neues. Dieses Video zeigt wie die Medien vor 30 Jahren berichten, dieselben Geschichten der Ölindustrie, mit denselben Verfahren, zum selben Problem…

Was sich hinter den Kulissen der Politik wirklich an intensiver Arbeit der Beraterfirmen abspielt, beschreibt Lobbycontrol in diesem gut recherchierten Artikel. Hier die Kernpunkte meiner Meinung nach:

Auch bei der Vorgeschichte des Deepwater Horizon-Unfalls gibt es deutliche Hinweise, dass bp stärker auf die Kosten als auf die Sicherheit geachtet hat. Die New York Times berichtet aktuell, dass sich bp kurz vor dem Unfall für ein riskantes, aber günstiges Bohrverfahren im Golf von Mexiko entschied (vgl. auf deutsch die Zeit). Bereits früher hatte das Wall Street Journal geschrieben, dass bp sich mit anderen Ölfirmen dafür stark gemacht habe, zusätzliche teuere Sicherheitstechnik wie akustische Schalter bei Tiefseebohrungen zu verhindern (vgl. FTD).

(…)

Es gehört zum Standardrepertoire von Konzernen und Lobbyisten, Selbstregulierung an Stelle von staatlicher Überwachung oder unabhängiger Kontrolle zu fordern. Die amerikanische Ölindustrie, eine der mächtigsten Lobbys des Landes, war darin offenbar sehr erfolgreich.

(…)

Die Ölindustrie gehört in den USA zu den Branchen, die enorme Summen in Lobbyaktivitäten investieren (vgl. Daten aus dem US-Lobbyregister). Sie ist zudem personell wie finanziell eng mit der Politik verwoben. Von den derzeitigen Kongressmitgliedern haben viele in der Vergangenheit von bp Zuwendungen in Form von Spenden erhalten ( vgl. Sunlight Foundation oder Financial Times Deutschland). Das Center for Responsive Politics stellte zudem fest, dass mindestens 17 Kongressmitglieder Anteile von bp besitzen.

(…)

Das Medienmagazin Zapp hat in zwei Beiträgen aufgearbeitet, wie bp jahrelang ein grünes Image vortäuschte und wie das Unternehmen nun versucht, die Ölpest zumindest kommunikativ in den Griff zu bekommen und Bilder von der Ölpest zu unterdrücken (Video).

http://blog.pantoffelpunk.de/brechmittel/top-kill-volume-1Bild: blog.pantoffelpunk.de

2 Kommentare

  1. Danke für die Infos, ich finds auch echt dreist wie grün sich manche Unternehmen geben und wie wenig sie dann wirklich wirklich tun. Als ob der Schein die Taten ersetzt… Aber so ist es ja leider in der öffentlichen Wahrnehmung auch.

  2. Ja, man könnte anhand des Logos und der sonstigen PR fast denken man hätte es mit greenpeace zu tun… In der Masse ist es dann auch das was hängenbleibt. Deren PR-Agentur hat definitv einen guten Job gemacht, aber moralisch bleibt es dennoch ein Betrug, wenn man sich anschaut wie dreckig BP sein kann.

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