American way of war

Was lässt sich aus Geschichte lernen? Zum Beispiel was der Vorwand für den zweiten Weltkrieg, den Vietnamkrieg oder den zweiten Irakkrieg war…

Frisch befreite Akten zum Golf of Tonkin Incident zeigen, dass die NSA-Offiziere da angeblich abgehörte Kommunikation schlicht gefälscht haben.

Falls das jemandem nichts sagt: Das war der Anlass/Auslöser/Vorwand für den Vietnam-Krieg. In einer langen Reihe von hinterhältigenAngriffen auf diefriedliebenden Amerikaner, die sich dann genötigt sahen, zur Verteidigung ihrer selbst und der Welt an sich zurückzuschlagen, reiht sich das historisch schön ein. Das ist eben der Amerikanische Weg, Kriege zu führen.

Nun kann man sich fragen, was die Lusitania dort zu suchen hatte, und bei Pearl Harbor ist ja inzwischen bekannt, dass die Amerikaner von dem Angriff vorher wussten, aber den Truppen vor Ort nichts gesagt haben. Das wäre ja auch der Legendenbildung nicht zuträglich gewesen, wenn es da keine Opfer gegeben hätte. Je weniger das Volk Lust auf Krieg hat, desto mehr Opfer muß es geben. Und im Koreakrieg hatten die Amis schon vor Kriegsausbruch Truppen nach Südkorea verlegt. Das klingt für mich, als hätten die Nordkoreaner nicht aus heiterem Himmel unprovoziert angegriffen, aber hey, die Geschichtsbücher werden vom Sieger geschrieben und sehen das anders. 9/11 als Auslöser für den Irakkrieg passt auch prima in die Reihe.

Und der Golf von Tonkin ist eben der offizielle Vorwand für den Vietnamkrieg gewesen. Die Amerikaner hatten Abhörschiffe losgeschickt, die die Nordvietnamesen ausspionieren sollten. Der Krieg ging dann los, als die Boote meldeten, sie würden von diversen Torpedos angegriffen. Später hat man dann keinerlei Hinweise auf tatsächliche Torpedos gefunden und das ist zu einer Sensor-Fehlfunktion umdeklariert worden, weil „wir haben gelogen, um einen Krieg führen zu können“ ja auch eher peinlich ist.

Und was jetzt eben rausgekommen ist, ist dass auch die von diesem Boot gemeldeten „abgefangenen Funksprüche“ erstunken und erlogen waren. Schon damals gab es direkt Zweifel an der Geschichte, ob die wirklich angegriffen worden seien. Die erfundenen Funksprüche „bestätigten“, dass Vietnam Torpedos geschossen hatte.

Mr. Hanyok concluded in 2001 that N.S.A. officers had deliberately falsified intercepted communications in the incident to make it look like the attack on Aug. 4, 1964, had occurred, although he said they acted not out of political motives but to cover up earlier errors.

Das ist aber an sich nicht der neue Teil, wie da schon steht, das ist von 2001. Neu sind die anderen Dokumente, mit denen sie belegen wollen, dass Congress und Senate sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben, ob sie auf Basis dieser Lügen einen Krieg gegen Vietnam führen sollen oder nicht. Im Grunde wußten sie, dass sie gerade verarscht werden, aber offensichtlich wollten sie echt gerne mal wieder Krieg führen, und haben daher nicht weiter nachgefragt.

Fullquote von: blog.fefe.de (17.07.10)

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