Iran-Spin auf Grundlage von Wikileaks War Diary

Was machen die Medien aus den Wikileaks Dokumenten? Neben gut aufgearbeiteten Artikeln, wie z.B beim Guardian, auch eine Menge unglaublichen Blödsinn!

Die berüchtigeten Fox News, aber jetzt auch der Spiegel finden in den Dokumenten angeblich Verbindung des Iran zu den Taliban. Fast schon lustig: Fox News wählte ein Foto auf dem sich Ahmadinejad und Karzai umarmen, und schreibt im Titel darüber (frei übersetzt): „Durchgesickerte Kriegsdokumente unterstützen Vermutungen über iranische Verbindungen zu Extremisten“. Welche Extremisten meinen die jetzt genau?

Anstelle des Iran ist es vielmehr die zweifelhafte Rolle des pakistanischen Geheimdienstes ISI, die aus den Protokollen hervorgeht. Andere mitteilenswerte Erkenntnisse wären z.B., dass viel mehr Zivilisten zu Tode gekommen sind, als bisher gedacht. Oder das das Bundestagsmandat im März 2011 davon abhängen könnte, inwieweit Deutschland von den tatsächlichen Geschehnissen Kenntnis hatte. Was aber am Ende vieler konzertierter PR-Kampagnen rauskommt, ist eine Verharmlosung der Tatsachen.

Auch das Weiße Haus spricht mittlerweile nicht mehr von einer unverantwortlichen Gefährdung, sondern spielt die Bedeutung der Protokolle herab, da eigentlich eh nichts wirklich neues daraus hervorgehe. Verrückte Welt, na ja, erstmal zurück zum Iran. Fefe’s Blog berichtet über die Meinungsmache des Spiegel…

Update zum Iran-Spin bei Fox News: auch das ehemalige Nachrichtenmagazin springt auf den Zug auf, titel reißerisch mit „Waffengrüße aus Teheran“ und „Irans Afghanistan-Connection“, um dann im Kleingedruckten einzuräumen:

ZITAT: Die nun bekannt gewordenen Geheim-Memos des US-Militärs stützen solche gelassenen Einschätzungen. Spektakuläre Berichte über iranische Schützenhilfe für die Taliban fehlen darin.

Reicht euch das noch nicht als Meinungsmache? Geht noch weiter!

ZITAT: Mark Fowler, Iran-Experte am Think-Tank Persia House, glaubt: „Die Kuds-Truppen haben eine verdeckte Infrastruktur aufgebaut, um US-Truppen anzugreifen, wenn sie das für nötig erachten.“

Ja, äh, und? Das ist doch nicht die Frage. Die Frage ist: haben sie angegriffen. Jedes Land der Welt unterhält eine Infrastruktur, um Gegner angreifen zu können. Ganz tolle, lenkende Formulierung. So funktioniert Meinungsmache.

Quelle: blog.fefe.de / dradio

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