ARD-Umfragen zu Wikileaks

Findet die Mehrheit der Deutschen die Veröffentlichung der Botschaftsmemos durch Wikileaks richtig oder falsch? Die extremen Pole des öffentlich-rechtlichen Publikums melden sich zu Wort:

Oben: tagesschau.de / Unten: Tagesthemen (Screenshot)

Laut Deutschlandtrend befürworten nur 31% der Deutschen die Veröffentlichung, genau die gegenteilige Aussage jedoch ergaben Umfragen im Internet, z.B. auf Tagesschau.de. Keine repräsentative Umfrage, aber ca. 48.000 gezählte Stimmen.

Ich persönlich denke, ein erhöhter Grad an Transparenz kann guter Politik nicht schaden. In den vorangegangenen Fällen der enthüllten Korruptionsskandale, Kriegsverbrechen und so weiter, war der Sinn und Zweck die Vertuschungen von Regierungen aufzudecken aber deutlicher zu erkennen, als nun bei den Botschaftsmemos.

Bedenken über das Ansehen einzelner Länder werden stärker wahrgenommen, als die Empörung über Spionage, Manipulation und Lüge. Außerdem gehen die wirklich informativen Memos in der Masse der belanglosen aber unterhaltsamen Meldungen, wie z.B. die Einschätzung ausländischer Regierungschefs, zunächst unter.

Die gesamte Dimension der Memos wird wahrscheinlich erst später, nach Durchforstung und Einordnung der 250.000 Meldungen deutlich werden. Hoffen wir, dass Wikileaks sich bis dahin gegen die Politik der Kriminalisierung verteidigen kann und weitermacht.

6 Kommentare

  1. eine Frechheit das nicht einmal im Beitrag zu erwähnen!

    warum sind 50000 internetnutzer nicht repräsentativ im vergleich zu 1000 infratest dimap anrufen?

    die Überlegung dahinter ist simpel:
    * internetuser = internetaffin = tendenzielle sympathie für internet-whistleblowing-platform
    * infratest-dimap = telefonbuch = nur leute die sich haben eintragen lassen = nur leute > 50

    es ist hinlänglich bekannt, dass diese meinungsforschungsinstitute das spektrum der älteren bevölkerung abdecken.

  2. Ich schätze mal, dass die ARD-Umfrage im Frankfurter Bankenviertel gemacht wurde …
    Diese „repräsentativen“ Umfrageergebnisse werden übrigens jetzt immer noch im ARD-Videotext auf Seite auf Seite 126 erwähnt.
    Ein Armutszeugnis …

  3. @Fox:
    Die Internetnutzer sind nicht repräsentativ weil sie nicht zufällig ausgewählt wurden. Zudem ist nicht bedingt, dass mehr Stimmen zu höherer Repräsentativität führen.

  4. @Fox:

    Die Stichproben einer repräsentativen Umfrage werden der Bevölkerung Deutschlands entsprechend ausgewählt, um ein simuliertes Abbild der Meinung zu erhalten (z.B. gleiche Verteilung der Geschlechter, Altersgruppen, Berufsfelder). Je mehr Befragte, desto genauer.

    Siehe auch das kleine Dorf Haßloch, welches als repräsentativer Testmarkt für diverse Produktzweige benutzt wird…

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