Zur Zukunft des Whistleblowing

Julian Assange wird heute freiwillig vor einem englischen Gericht erscheinen.

„Er ist in keiner Sache angeklagt. Wir sind dabei, Maßnahmen auszuarbeiten, um die Polizei freiwillig zu treffen und damit die notwendigen Fragen und Antworten zu ermöglichen. Es wird Zeit, der Sache ein Ende zu bereiten, damit wir etwas Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit erhalten.“ via spreeblick

Damit scheinen die Zensurmaßnahmen um Wikileaks einen momentanen Höhepunkt erreicht zu haben. Ob der Druck auf Assange, der Idee des Whistleblowing schaden wird, ist bisher nicht zu sagen. Falls es aber zu einer Auslieferung an die USA und einer gerichtlichen Verurteilung seiner Arbeit bei Wikileaks kommen würde, könnten die Folgen gravierend sein. Die Gerichte dürfen der Veröffentlichung von Informationen nicht im Wege stehen, wenn dadurch illegale Aktivitäten bekannt werden, die schwerwiegender sind als der Verrat geheimer Dokumente. Im Gegenteil, sie sollte die Informanten, wie Journalisten, juristisch unter Schutz stellen.

Wie immer man die momentanen Repressionen um Wikileaks und Julian Assange auch einordnet – sei es mit der Feststellung, dass hier nur der Bote für die Botschaft bestraft wird, oder dass das Establishment sich um seine Machthoheit sorgt – ein Fazit bleibt: die Freiheit des Internets ist der Auslöser und die Zukunft dieser Entwicklung. Am Ende aller Details wird davon die demokratische Entwicklung dieser Debatte abhängen.

GLENN GREENWALD:

„Well, I just want to underscore how alarming everything is that you just described, both in that report and in your earlier one, which is, whatever you think of WikiLeaks, they’ve never been charged with a crime, let alone indicted or convicted.

And yet, look at what has happened to them. They’ve been essentially removed from the internet (…) through political pressure applied to numerous countries. Their funds have been frozen (…) Leading politicians and media figures have called for their assassination, their murder, to be labeled a terrorist organization.

What’s really going on here is a war over control of the internet and whether or not the internet can actually serve what a lot of people hoped its ultimate purpose was, which was to allow citizens to band together and democratize the checks on the world’s most powerful factions. That’s what this really is about.

It’s why you see Western government, totally lawlessly, waging what can only be described as a war on WikiLeaks and Julian Assange outside the bounds of any constraints, because that’s what really is at stake here. If they want to prosecute them, they should go to court and do it through legal means. But this extralegal persecution ought to be very alarming to every citizen in every one of these countries, because it essentially is pure authoritarianism and is designed to prevent the internet from being used as its ultimate promise, which is providing a check on unconstrained political power.“

via Democracy Now! via kanzleikompa

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Ein Kommentar

  1. Ich habe den Eindruck wir erleben gerade live mit wieweit unsere Demokratien sich selbst ertragen können…

    Wikileaks darf nicht unter die Räder kommen!

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