Hermann Scheer: Radikal oder lethargisch?

Die Folge wird sein, dass in 20 oder 25 Jahren die dann nächste Generation fragen wird: Konnte die Welt wirklich nicht einigermassen lebensfähig erhalten werden? Und die Antwort wird sein, wenn es so weitergeht wie bisher: Es wäre zwar möglich gewesen, wenn es nicht den internationalen Wettbewerbsbedingungen widersprochen hätte, wenn es nicht den wirtschaftlichen Ideologien, dem Marktprinzip, widersprochen hätte.

Wenn der freie Markt über allem steht im Wertesystem, und da steht er heute, und zwar interessanterweise erst seit einigen Jahren, wenn er über allem steht, dann gibt es eine Harmonisierung der Umweltbestimmungen auf niedrigstem Niveau, letzlich gibt es dann eine Ausschaltung solcher Bestimmungen, und dasselbe gilt für Sozialgesetze, die dann Bruch für Bruchstück abgebaut werden.

Das provoziert geradezu einen tiefen Generationenbruch, und ich behaupte dieser Generationenbruch hat heute schon angefangen. Weil die jüngere Generation sich ja diese Gedanken macht und dann im Grunde genommen vor der Alternative steht, lethargisch zu werden, sich zu verweigern, sich wegzubewegen von allem öffentlichen Geschehen, oder, sich zu radikalisieren. Und dieses ist eine Sache, die zunehmen wird.

Hermann Scheer in der SR2-Sendung: „Fragen an den Autor“ (17. Dezember 1995)

„Zurück zur Politik. Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie.“ (Bookfinder)

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