Al Jazeera a.k.a. Al-Dschasira

CC: Mike Licht

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Der Schlüsselsender der Revolte ist ohne jeden Zweifel das arabische Netzwerk Al Jazeera, dessen Büro in Kairo gestern gewaltsam geräumt wurde. Seine Mitarbeiter schaffen es auch unter den härtesten Bedingungen direkt und informativ von den Geschehnissen zu berichten – wenn es sein muss per Webcam und Telefon. Der orangene Live-Stream des Senders konnte ein Ansteigen der Aufrufe um 2500% verzeichnen – 60% der Zuseher stammen aus den Vereinigten Staaten.

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Dort war der arabische Sender in den meisten Kabelnetzen abgeschaltet worden, als die USA gegen Afghanistan und Irak zu Felde zogen. Jetzt mehren sich Kundenforderungen, aber auch Stimmen aus der Politik, den Sender wieder ins Programm zu nehmen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen protestierte inzwischen öffentlich gegen das Arbeitsverbot in Ägypten. Al-Dschasira selbst sieht die eigene Rolle journalistisch und nicht subversiv: Natürlich gebe es in der gesamten muslimischen Welt ein lebendiges Interesse an den Vorgängen in Ägypten, verteidigt sich die Senderleitung gegen den Vorwurf der Parteilichkeit.

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Al-Dschasira ruft die Menschen dazu auf, Informationen und Bilder an den Sender zu schicken, und gab neue Frequenzen bekannt, auf denen er empfangen werden kann. Zudem werden nun die Berichterstatter, die sich in Ägypten befinden, nicht mehr mit Namen genannt und nicht mehr gesagt, wo sie sich aufhalten. Der Live-Blog wird gewissermaßen undercover weiter betrieben. (…) Man darf auch daran erinnern, dass al-Dschasira durch seine Berichterstattung von den Kriegen in Afghanistan und im Irak auch der Bush-Regierung ein Dorn im Auge war. Man ging allerdings harscher gegen den Sender vor. „Zufällig“ wurden die Büros in Kabul und in Bagdad von amerikanischen Bomben getroffen (Bombenzensur oder „Kollateralschaden“?), Bush hatte sogar überlegt, die Sendezentrale in Katar mit Bomben auszulöschen. Al-Dschasira wurde beschuldigt, mit den Terroristen gemeinsame Sache zu machen („Falsche Berichterstattung wird in diesem Land nicht erlaubt“). Ähnlich wie im Fall von WikiLeaks hatte die US-Regierung auch versucht, die englische Online-Präsenz des Senders zu verhindern. Allerdings zeichnet sich der Sender dadurch aus, dass er ungewöhnlich offen berichtet und Themen diskutiert, weswegen er auch immer wieder in Schwierigkeiten in den arabischen Ländern geriet.

Wikipedia: Al Jazeera

Al Jazeera wurde wiederholt von verschiedensten Seiten kritisiert. Je nach kritisierender Partei wurde dem Sender vorgeworfen, pro-Saddam Hussein, pro-al-Qaida oder gar pro-Mossad und ein Produkt der CIA zu sein.

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