„Europas versteckte Kriegserklärung an den Iran“

Quelle: Presseurop.eu / Original: New York Times

Die EU hat so strenge Sanktionen wie nie zuvor gegen Erdölimporte aus dem Iran verhängt und hofft, damit dessen vermeintliches Atomwaffenprogramm zu konterkarieren. Doch was wird das für Konsequenzen haben?

(…)

Man kann sich nur schwer vorstellen, dass die EU-Mitgliedstaaten, die die Sanktionen beschlossen haben, sich dieser möglichen Dynamik nicht bewusst sind. Allein die Tatsache, dass britische und französische Kriegsschiffe den US-Flugzeugträger Abraham Lincoln auf seiner Fahrt durch die Meerengen und zurück in den Golf begleiteten und dabei die Warnungen des Irans auf unverschämte Weise in den Wind schlugen, lässt auf das Gegenteil schließen, nämlich dass die EU-Regierungen, besonders die beiden mit der größten Truppenentsendungskapazität, sich der möglichen Konsequenzen durchaus bewusst und auf sie vorbereitet sind.

Die DLF Presseschau vom 24.01. zitierte:

Die chinesische Zeitung WENHUI BAO wertet das europäische Embargo als eine „Kriegserklärung“ an den Iran:

„Die Folgen für die Wirtschaft und die Bevölkerung werden verheerend sein. Zur Beilegung des Atom-Konflikts werden die Sanktionen sicher nicht beitragen. Im Gegenteil, das gegenseitige Misstrauen wird dadurch noch verstärkt. Der Iran wird vom Westen in die Enge getrieben. Dabei kann der Verdacht aufkommen, dass der Westen keineswegs eine friedliche Lösung sucht, sondern eher Vorwände für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran“

Die russische Zeitung ROSSIJSKAJA GAZETA geht davon aus, dass die Sanktionen das iranische Regime eher noch stärken werden:

„Der Druck von außen wird die iranische Gesellschaft zusammenschweißen. Die Iraner betrachten ihr Atomprogramm zunehmend als den einzigen Schutz vor einer Invasion. An den Verhandlungstisch wird man das Regime nur bekommen, wenn man die Politik der Sanktionen aufgibt. Die internationale Staatengemeinschaft muss endlich einsehen: Ein Kompromiss kann nicht darin bestehen, dass der Iran seine nuklearen Vorhaben – im Tausch gegen wirtschaftliche Vorteile – aufgibt. Stattdessen muss das bereits bestehende Atomprogramm anerkannt werden und zugleich vollständig unter die Kontrolle der Atomenergiebehörde gestellt werden“.

P.S. von Fefe:

„Die Amis stationieren 15.000 Soldaten in Kuwait. Wahrscheinlich um das schöne Wetter in Richtung Iran zu bewundern.“

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