Wikileaks: GI-Files

Wikileaks hat heute Nacht mit der Veröffentlichung der „GI-Files“ begonnen. Rund fünf Millionen Mails des Nachrichtendienstes STRATFOR sollen Einblick in die Arbeit eines “privaten Geheimdienstes” (O-Ton Wikileaks) geben.

Der auch „Schatten-CIA“ genannte Konzern, der nach eigenen Angaben keine bestimmte Ideologie verfolgt, versorgt US-Regierungsbehörden und Kunden wie Lockheed Martin, Goldman Sachs, Bhopal’s Dow Chemical oder Coca Cola mit aktuellen, geopolitischen Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Die bisher veröffentlichten Mails zeigen, dass dabei womöglich auf dubiose bis illegale Methoden zurückgegriffen wird und fragwürdige Ziele verfolgt werden.

  The Global Intelligence Files exposes how Stratfor has recruited a global network of informants who are paid via Swiss banks accounts and pre-paid credit cards. Stratfor has a mix of covert and overt informants, which includes government employees, embassy staff and journalists around the world.

The material shows how a private intelligence agency works, and how they target individuals for their corporate and government clients. For example, Stratfor monitored and analysed the online activities of Bhopal activists, including the “Yes Men”, for the US chemical giant Dow Chemical. […]

WikiLeaks has built an investigative partnership with more than 25 media organisations and activists to inform the public about this huge body of documents. […] Important revelations discovered using this system will appear in the media in the coming weeks, together with the gradual release of the source documents.

Twitter tag: #gifiles

Pressekonferenz: Frontline Club

Via netzpolitik / Ähnliche Artikel: The Spy Files

Nachtrag:

Kanzleikompa schreibt zum Kontext:

Ebenso, wie große Teile des US-Militärs privatisiert wurden und obskure Firmen wie Blackwater [Anm. von mir: 2009 umbenannt zu Xe, seit 2011 zu Academi] groß machten, wurden unter Bush beträchtliche Teile der Geheimdienste outgesourced. Insbesondere aus der CIA wurden etliche Leute abgeworben, die ihr Wissen nun zum vielfachen Preis den Diensten von Außen her anbieten. Eine solche Firma ist STRATFOR, die ein weltweites Netz an konspirativ bezahlten Agenten unterhält.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • private Geheimdienste können sich der parlamentarischen Überwachung leichter entziehen, als staatliche.
  • Die Bosse dieser Einrichtungen sind mit Spitzenpolitikern eng verbandelt, die Wege kurz.
  • Die Elite kann sich die steuerfinanzierten Geheimdienstetats direkt in die Taschen schaufeln. Die USA geben für ihre Geheimdienste mehr Geld aus als Deutschland für die gesamte Bundeswehr.

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