9/11

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tiny911Postcards for Ants: A 365-Day Miniature Painting Project

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„erschreckend und überraschend“

Interessante Emnid-Umfrage von vor drei Jahren: „Wem glauben die Deutschen noch?“:

Sowohl Emnid als auch der Auftraggeber Welt der Wunder bewerten das Ergebnis als „erschreckend und überraschend“. (…) Fast 90 Prozent der Deutschen sind davon überzeugt, dass die US-Regierung die ganze Wahrheit über die Anschläge vom 11. September 2001 verschweigt, zwei Drittel halten die Bundesregierung für erpressbar.

„Ein derartiges Meinungsbild ist eine ernst zu nehmende Warnung an unsere Politiker“, sagt der Politikwissenschaftler Nils Diederich, Professor an der Freien Universität Berlin.

Nach dem Bekanntwerden der umfangreichen Überwachungskooperationen der internationalen Geheimdienste müsste das Vertrauen mittlerweile ja komplett aufgebraucht sein. Die Skepsis der Deutschen zu 9/11 überrascht mich allerdings, denn eigentlich wird dieser entscheidende Tag für den Ausbau der Geheimdienste, außer am Jahrestag, doch kaum in den großen Medien thematisiert…

via

Ähnlicher Artikel: ARD-Umfragen zu Wikileaks

11. September 2001

Titelseiten einen Tag nach 9/11

Trauma 2001

Animation von Alexander Lehmann zum Thema 10 Jahre 9/11.

WTC 7 – Gebäude was? (aktualisiert 2012)

Iconic Photos: 9/11

Es mag vielleicht etwas zusammenhangslos erscheinen, schließlich ist heute kein passender Jahrestag oder ähnliches, aber so ganz veraltet sind die Folgen dieses Tages ja auch nicht.

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Jedenfalls stolperte ich vorhin mal wieder über dieses irritierende Foto: Eine friedliche Szene vor dem Hintergrund der eben zusammengestürzten World Trade Center Türme.

Heute, 12 Jahre danach, kann man das Bild fast wie eine Metapher auf die Diskussion um die immer noch ungeklärten Widersprüche dieses schrecklichen Ereignisses verstehen. Situation Normal, All Fucked Up. Aber dazu hat vermutlich jeder seine eigene Meinung…

Noch eine Info zur Bildquelle:

I have written about this photo a couple of times before. (…) On 9/11, Hoepker crossed from Manhattan into Queens and then Brooklyn to get closer to the scene. In Williamsburg, he captured the above pastoral scene, but decided to hold back the photo for five years feeling that it was “ambiguous and confusing.”

USA: Land of the ever less free

Vor vier Jahren machte Barack Obama im Wahlkampf um das Präsidentenamt eine Reihe von Versprechen, die ihm nicht zuletzt in Europa große Popularität bescherten: Er wollte das Gefängnis in Guantanamo Bay schließen; er wollte den „Patriot Act“ von 2001 aufheben, der neue Formen der Überwachung von US-Bürgern legalisiert hatte; und er wollte „Whistleblowers“, also Leute, die Missstände in Militär und Geheimdiensten öffentlich machen, vor staatlicher Verfolgung schützen.

Der Kandidat Obama versprach also, einen wesentlichen Teil des nationalen Staatssicherheitsapparats zu bändigen, dessen Umfang und Kompetenzen unter der Bush-Regierung nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 erheblich angewachsen waren. Diese gigantische Bürokratie, die in vielen Fällen niemandem rechenschaftspflichtig war, war 2008 von vielen Wählern der Demokraten als Bedrohung ihrer persönlichen Freiheitsrechte wahrgenommen worden.

Vier Jahre danach existiert Guantánamo immer noch, und die Prozesse vor den dortigen Militärtribunalen gehen weiter. 2011 hat Obama die Verlängerung des Patriot Act abgesegnet.

(…)

Wie ist das alles zu erklären? Die Erwartung, dass Barack Obama den Ausbau des Sicherheitsstaats wieder rückgängig machen würde, war nicht völlig naiv und auch nicht ohne historische Vorbilder. Mitte der 1970er Jahre, nach dem Watergate-Skandal und dem Vietnamkrieg, hatte eine selbstbewusste Mehrheit von Demokraten im Kongress gegen den damaligen republikanischen Präsidenten Gerald Ford durchgesetzt, dass die ausufernden Befugnisse der Polizei ebenso zurückgestutzt wurden wie die Spionagetätigkeit der Geheimdienste im Inland.

(…)

Quelle: Le Monde diplomatique Nr. 9928 vom 12.10.2012, Chase Madar

Dokumentarfilm: Kunst und Konspiration

Auf der Suche nach Information, machte er mit seinen Werken globale Verstrickungen von Politik, Industrie und Terrorismus sichtbar. Die Kunst von Mark Lombardi zeigt die Welt als Pfeildiagramm, akkurat gezeichnet und nachvollziehbar recherchiert.

Mareike Wegener hat einen Dokumentarfilm über den Künstler gedreht (hier der Trailer), der noch in ein paar Kinos gezeigt wird. Sie interpretiert sein Werk so:

Lombardis Kunst deutet den Weg aus der Misere: Wir dürfen unsere Augen nicht vor dem verschließen, was vor sich geht, uns nicht von Informationsfluten überrollen lassen und aus Überforderung und dem Gefühl der Machtlosigkeit in Angst erstarren.

(…) In einem Interview hat Julian Assange kürzlich gesagt, dass keine politische Theorie umfassend genug sein kann, solange es nicht genügend Informationen, bzw. Wissen darüber gibt, wie die Welt eigentlich funktioniert. Mark Lombardi zeigt uns in seinen „Narrative Structures“ wie die Welt funktioniert, indem er ein visuelles Modell jener Strukturen entwirft, die unser Leben bestimmen. Er zwingt uns, den Tatsachen ins Gesicht zu blicken und wird so irgendwie doch zu dem „Helden“, den unsere Zeit braucht.

Trailer: Mark Lombardi - Kunst und Konspiration

Poster: Real Fiction Films

Aus: Der Lombardi Code (daremag.de)

Eine Anekdote besagt, dass ein deutscher Offizier einmal vor Picassos Gemälde stand. Er fragt den Maler: „Haben Sie das gemacht?” Picasso entgegnet: “Nein, Sie.”

So widmet sich Lombardi den Urhebern des „größten Finanzskandals des Jahrhunderts“, wie die London Sunday Times berichtet, ausgeführt durch die „Weltbank des Verbrechens“: BCCI. Die Mutter aller Finanzskandale. (…)

Knapp achtzig Prozent der Akteure, die in Lombardis vorigen Zeichnungen auftauchen, verbergen sich darin. „What led to 9/11 were in that piece“, fasst Greg Stone zusammen.

Aus dem ARD-Kulturreport: M.L. – Künstler auf den Spuren der Mächtigen

Warum wir kämpfen. Heute: Iran

Fullquote, aber Fefe formuliert es halt so schön treffend :)

Die EU hat ein Öl-Embargo gegen den Iran verhängt. Oh Mann, was für Sprallos sitzen da eigentlich in der EU?! Wieso reihen wir uns jetzt schon wieder als Schoßhund der Amis ein? Gab es da jetzt irgendeine Not für, dem Iran den Wirtschaftskrieg zu erklären? Inhaltlich kratzt das den Iran eh nicht, die exportieren das Öl dann halt nach Indien und China, die auf das US-Embargo scheißen. Die kriegen dann halt bessere Preise. Genau was wir nicht wollten, dass China billiger Öl einkaufen kann.

Wieso sind diese ganzen inkompetenten EU-Sesselfurzer eigentlich überhaupt noch im Amt?! Gegen Belgien hat ja auch keiner ein Embargo gefordert, als die Atomkraft erforscht haben, und in Belgien lagern auch Atomwaffen, falls das jemand nicht wusste. Die Amis lagern sie dort.

Ach und zur Frage, ob der Iran Atomwaffen haben darf oder nicht, sei mal auf dieses seit einiger Zeit im Internet kursierende Bild verwiesen, das den Iran und die US-Militär-Basen und Flottenverbände in seiner Nähe zeigt. Kann da irgendjemand ernsthaft sagen, der Iran hat kein gesteigertes Selbstschutzinteresse und keinen genau so legitimen Anspruch auf Atomwaffen wie sagen wir die USA oder die Russen? Diese ganze Anti-Proliferations-Rhetorik ist in meinen Augen ganz großer Bullshit, da geht es nicht um den Schutz der Welt vor Atomwaffen, sondern darum dass die jetzigen Eigentümer ihr Monopol erhalten. Kann man nachvollziehen, aber legitim ist das nicht.

Ich bin auch gespannt wie sich die Rhetorik der Politiker und der Medien weiter zum Thema Iran verhalten wird. Vorläufiger Höhepunkt ist immer noch die Schlagzeile vom 27.12.2011 „US-Gericht gibt dem Iran Mitschuld an 9/11“ (siehe Screenshot der Topmeldung ca. 14 Uhr auf tagesschau.de) Auweia…

Dass die Einschätzung eines kleinen, unbedeutenden US-Bundesbezirksgerichts es bis in die oberste Meldung schafft, finde ich schon seltsam, vielleicht einfach nur weil es so schön spektakulär ist. Interessant am Artikel ist jedoch, dass die Untersuchung in diese Richtung auf Anraten der 9/11-Kommission, und die abschließende Einschätzung aufgrund von Aussagen ehemaliger Mitglieder der Kommission, CIA-Experten und drei iranischer Überläufer – einer von ihnen ein ehemaliger Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes – zustande kam.

Der Dokumentarfilm „Why We Fight“ (2005) schildert übrigens passend zur gesamten Thematik den historischen Kontext amerikanischer Kriege, von Vietnam bis Iran… Sehr empfehlenswert.

„Wir wurden über jede einzelne militärische Aktion belogen, ohne Ausnahme, während der letzten 50 oder 60 Jahre.

Es gibt wahrscheinlich kein besseres Beispiel als Vietnam, wo uns sowohl der Präsident, als auch die Top-Generäle über den Vorfall von Tonkin, der uns in den Krieg führte, über die Verletztenzahlen und über den Kriegsverlauf belogen haben. Jeder, der sich genauer mit dem Vietnamkrieg beschäftigt, erkennt, dass die Öffentlichkeit und die Medien manipuliert wurden. (…)

Wenn der Präsident und das Verteidigungsestablishment plötzlich der Meinung sind, dass es irgendwo ein Problem gibt und wir Bomben abwerfen oder sogar Bodentruppen in irgendeinem Land einsetzten müssen, dann ist das ein Ritual welches wir schon seit Jahrzehnten miterleben. (…)

Wir haben Regierungen gestürzt, wir haben geputscht, wir haben Geheimdienste für verdeckte Zwecke benutzt und schreckliche Dinge in der ganzen Welt getan. (…)

1953 war der Premierminister des Irans, Mohammad Moussadegh, extrem wütend, weil die Briten dabei waren, die natürlichen Ressourcen seines Landes auszubeuten und er einen größeren Anteil wollte. Die Briten wandten sich mit der Bitte um Hilfe an den neuen Präsidenten Eisenhower, welcher Moussadegh bequemerweise zum Kommunisten dekladierte. Daraufhin schickten wir die CIA um ihn zu stürzen. (…) Das Resultat war, dass wir den Schah an die Macht gebracht haben, dessen extremes Regime nach 20 Jahren zu einer Revolution gegen ihn führte. Der Ayatollah Chomeini der ihm folgte, schuf eine extrem anti-amerikanische Regierung.“

(Partielles Transkript ab Minute 00:40:00)

Und auch Volker Pispers verknüpft solche Zusammenhänge auf unterhaltsame Weise in seinem Bühnenprogramm. Eine spannende Geschichtsstunde! :)

Pispers 2004