angst

Gewalt erzeugt Gegengewalt? Check.

Fefe resümiert die Reaktionen auf Paris…

  • Vorratsdatenspeicherung gefordert? Check.
  • Ausländer beschuldigt? Check.
  • Polizei- und Geheimdienstbefugnisse vergrößern wollen? Check.
  • Computerspielen die Schuld geben? Check.
  • Update: Bundeswehreinsatz im Inneren gefordert? Check.
  • Bitcoin beschuldigt und verfolgt? Check.
  • Endlich mal wieder ordentlich in den Krieg ziehen? Check!
  • Update: Personalisierte Tickets für Sportveranstaltungen gefordert? Check!
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WIE AUF TERRORISMUS REAGIEREN?

Fefe sagt…

Ich finde ja diesen ganzen Frankreich-Pseudo-Unterstützungs-Kram gerade sehr bedenklich. ISIS bombt den Russen ein Flugzeug mit 224 Menschen vom Himmel. Keine Sau reagiert.

ISIS bombt in Frankreich Menschen tot (ich will da jetzt nicht Menschenleben gegeneinander aufrechnen, aber von der Größenordnung her waren es vergleichbar viele), und überall kommen Frankreich-Fahnen hervor, auf Facebook, Twitter, bei Skype ist jetzt der Like-Button eine Frankreich-Fahne mailt mir gerade jemand, …

Und was ist mit den ganzen Drohnenmordopfern in Afghanistan? Mit den Toten im Irak? Mit denen in Syrien? Schulterzucken, wo man hinschaut.

Ich empfinde das gerade wie die Szene in 1984, als in der Mitte der Rede der Kriegsgegner von Eurasia nach Eastasia wechselt und keiner merkt es. Ihr springt alle auf das US-Terror-Narrativ auf und werdet Rädchen im Propagandaapparat und die Drohnenmorde gehen währenddessen munter weiter.

Und dann gibt es da noch die andere Betrachtungsweise. Die Islamisten machen ja solche Anschläge erstens als Reaktion auf Morde und Kriegsverbrechen des Westens in ihren Heimatländern, aber zweitens um den Westen zu weiteren Greueltaten dort zu provozieren, denn das validiert ihr Weltbild und treibt ihnen mehr Rekruten zu.

Ich bin ja Atheist, aber an der Stelle hat die Bibel Recht. Terroranschläge kann man nicht verhindern, und Polizeistaat-Reaktionen auf sie machen die Sache nur schlimmer. Da muss man meiner Ansicht nach die andere Wange hinhalten. Und man muss aufhören, denen Vorwände für ihre Anschläge zu geben.

Sarrazin

Von spiegel.de: Krude Thesen bei Homophoben-Veranstaltung

Wer erwartet hatte, dass Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) für Furore sorgen werde, wurde enttäuscht: Der SPD-Mann war überwiegend mit sich selbst und der Bewerbung seiner Bücher beschäftigt. Außerdem mit „dem Araber“, „dem Chinesen“ oder „dem Türken“ und den altbekannten Thesen über Vererbung von Intelligenz, angeblich mangelnde Integration unter muslimischen Einwanderern und „mehr Lasten als Nutzen“ durch Einwanderung.

Sarrazins Forderung: „Kein Einwanderer soll in den ersten zehn Jahren seines Aufenthalts in Deutschland staatliche Hilfen bekommen – auch keine Sozialhilfe. Nichts.“ Applaus im Publikum, ungläubige Gesichter auf der Journalistenbank…

Passender Kommentar:

„Lasst ihn uns einfach vergessen und Schwamm drüber.“

11. September 2001

Titelseiten einen Tag nach 9/11

Trauma 2001

Animation von Alexander Lehmann zum Thema 10 Jahre 9/11.

WTC 7 – Gebäude was? (aktualisiert 2012)

Terrorpanik?

Ein kleiner Nachtrag für die Geschichtsbücher…

Die Taz schreibt:

Im Herbst 2010 herrschte in ganz Deutschland Angst vor Anschlägen durch al-Qaida. Doch Terrorpläne hat es damals gar nicht gegeben, sagt nun die Bundesanwaltschaft.

Ist ja eigentlich nichts neues, dass eine Gelegenheit gerne mal von Schlapphüten genutzt oder provoziert wird, eigentlich sogar ein richtig alter Hut, aber dennoch mal wieder ein interessantes Detail.

Kann man jetzt rückblickend die sogenannten Anti-Terror-Gesetze zu Lasten einer offenen, angstfreien Gesellschaft nochmal überdenken? Vielleicht?

Der HetzerDer Hetzer 2.0“ (2010)

via daMax

Occupy NO?

Die New Yorker Polizei hat heute morgen das Camp der Occupy Wall Street Demonstranten im Zucotti Park geräumt. (…) Doch hätte man mit der Aktion, die der Öffentlichkeit wohl hauptsächlich vermitteln sollte, dass die Stadt und die Polizei Herr der Lage sind und wenn nötig hart durchgreifen, auch warten können. Die Occupy-Organistoren hatten kürzlich angekündigt, dass sie planten, das Camp am Donnerstag nach zwei Monaten Protest im Park aufzulösen – mit einer Demonstration. Nach der heutigen Polizeiaktion wird wohl neu darüber beraten, politisch dürfte der New Yorker Polizeieinsatz die Bewegung nur verstärkt haben.

Telepolis: „We will reoccupy!“

Kalle Lasn und Micah White vom Adbusters Magazine in: „Wem gehört die Wallstreet?“

„Es herrscht nicht nur Wut. Sondern auch das Gefühl, dass die Standardlösungen für die ökonomische Krise, die von unseren Politikern und Mainstream-Ökonomen vorgeschlagen werden – Stimulierung, Kürzungen, Schulden, niedrige Zinsraten, Konsumanreize – falsche Optionen sind und nicht funktionieren werden. Tiefer gehende Veränderungen sind gefragt, wie eine „Robin Hood“-Steuer auf Finanztransaktionen; die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Acts in den USA; ein Verbot des Hochfrequenz-Handels. Die „Too big to fail“-Banken müssten in kleinere Einheiten aufgebrochen und wieder in den Dienst der Menschen, der Wirtschaft und der Gesellschaft gestellt werden. Die für den Zusammenbruch von 2008 verantwortlichen Finanzbetrüger müssten zur Verantwortung gezogen werden. Und dann ist da die langfristige Mutter aller Lösungen: Wir müssen die westliche Konsumorientierung komplett Überdenken und infrage stellen, wie wir Fortschritt bemessen wollen.“

NO by Santiago Sierra (meets Occupy Wall Street)

Santiago Sierra via contraindicaciones.net

YouTube / Berliner Polizeigewalt vom 1. Mai 2010 wird verurteilt.

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