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Die unbekannten Schätze des Vatikans

Von Fefe:

Ihr kennt das ja, wenn man einmal mit Aufräumen anfängt, da finden man plötzlich Sachen…! Der Vatikan zum Beispiel. Die paar hundert Millionen, die die im Dezember in der Sofaritze gefunden haben, haben sich jetzt zu 1,4 Milliarden Dollar summiert. So ein Sofa hätte ich ja auch gerne :) (Danke, Martin)

Neusprech nachgefragt

Fefe-Fullquote:

Was tut man, wenn das Image so richtig doll verbrannt ist? Ihr wisst schon, so Blackwaterverbrannt? Na klar! Umbenennen!

Die Troika heißt jetzt „Institutionen“. Dann ist es nicht mehr die fiese, menschenverachtende, abscheuliche Troika, die die Griechen am ausgestreckten Arm verhungern lassen will, sondern es sind „die Institutionen“. Ja spitze!

Update: Tilo Jung hat mal nachgefragt:

FRAGE JUNG: Herr Jäger, war das ein Joke, dass Sie nicht mehr Troika sagen wollen?

JÄGER: Nein, das war kein Joke. Sie wissen, dass es einerseits Inhalte gibt und andererseits Begriffe, mit denen wir Inhalte umschreiben. Wenn es sich ergibt, dass im Zuge politischer oder gesellschaftlicher Entwicklungen Begriffe für obsolet gehalten werden, dann kann man sie durch neue ersetzen, das ist so ungewöhnlich nicht. Wenn es der Wunsch der griechischen Gesprächspartner ist, die Troika nicht mehr Troika zu nennen Ich muss hinzufügen: Der Begriff Troika ist in den Verträgen als solcher ja gar nicht genannt, der hat sich aus der Praxis in Griechenland heraus entwickelt. Wir haben diesen Begriff jetzt über viele Monate und Jahre benutzt. Wenn unsere griechischen Freunde auf diesen Begriff verzichten wollen, dann sind wir gerne dazu bereit was allerdings nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass die Überprüfungsfunktion durch die drei beteiligten Institutionen davon in irgendeiner Weise berührt wäre.

ZUSATZFRAGE JUNG: Aber wenn ich die Griechen richtig verstanden habe, wollen sie ja diese Institution loswerden, nicht den Begriff dafür.

JÄGER: Das wäre eine ganz andere Frage. Das wird nicht gehen. Die Institutionen werden auch in Zukunft ihre Arbeit verrichten und ihre Aufgabe im Rahmen der vertraglichen Bestimmungen erfüllen müssen.

LOOOOOL (Danke, Jakob)

Die „Spanienrettung“

Eine Nachricht vom spanischen Volk an das deutsche Volk…

Da ist viel Wahres dran und ein schöner Impuls zu mehr Solidarität. Ist Islands Umgang mit der Krise vielleicht ein Vorbild? Von den Nachdenkseiten:

Das Beispiel Island zeigt jedoch noch mehr. Es zeigt auch, dass das deutsche Austeritätsdogma auf den Müllhaufen der gescheiterten Ideologien gehört. Es zeigt, dass ein Staat sich in brenzliger Situation sehr wohl durch eine “schuldenfinanzierte” Stärkung der Konjunktur, durch eine Stärkung der Sozialsysteme, eine Regulierung der Finanzmärkte und eine Rücknahme der neoliberalen „Reformen“ retten kann. Es zeigt vor allem auch, dass ein Staat, der nicht seine Banken, sondern seine Bürger rettet, alles richtig macht. Diese Lektion darf in Europa nicht ungehört bleiben.

Ein Zitat von Bertolt Brecht / Aus dem Wikipedia-Artikel Strukturelle Gewalt (ein Konzept, das den klassischen Gewaltbegriff erweitert).

„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw.

Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“

„Mit Essen spielt man nicht!“

Kurze Durchsage der Deutschen Bank: Die Deutsche Bank will weiterhin Spekulationen auf Nahrungsmitteln betreiben. Denn:

„Es gebe keine Beweise für einen Zusammenhang mit dem Hunger in der Welt.“

Ja nee, natürlich nicht. Genau wie bei CO2 und der Erderwärmung! Und Zigaretten und Krebs! Wie immer mit den Banken und der Industrie insgesamt. Wenn man es nicht explizit verbietet und mit hohen Strafen belegt, werden sie es machen, egal wie unethisch es ist.

Obiges ist von Fefe, die Meldung bei Foodwatch

Ähnliche Artikel hier: Nahrungsmittelspekulation – gut erklärt

Direktlink

Natürlich ist Gewalt keine Lösung

Natürlich ist Gewalt keine Lösung. Aber in diesem Fall ist es die Polizei, die Gewalt ausübt, wenn sie friedliche Demonstranten präventiv mit Pfefferspray einsprüht; ist es die Regierung, die gewalttätig ist, wenn sie sich auch über millionenschwere Demonstrationen hinwegsetzt; sind es die Banken, die gewalttätig sind, wenn sie Menschen aus ihren Wohnungen werfen lassen und sie dennoch zur Abzahlung ihrer Hypothek zwingt.

Nach zweijährigem friedlichen Protestieren, nach etlichen Versuchen, mit Regierung und Banken zu Kompromissen zu kommen, wird auch der pazifistischste Bürger irgendwann handgreiflich. Das sollte man bedenken, wenn man wahllos über „Randalierer“ spricht.

Kommentar zum Artikel: Protest gegen Sparkurs: Straßenschlachten in Rom, Lissabon, Madrid und Barcelona (zeit.de)

Grafik: Deutsches Kapital in Spanien

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie das Diagramm tatsächlich zu deuten ist, aber es wirkt auf mich wie eine ästhetische Metapher der Staatsschuldenkrise…

DE-MFI-Spanien

Quelle: rwer, Bundesbank via nachdenkseiten

Wobei der Begriff „Staatsschuldenkrise“ ja schlecht gewählt zu sein scheint. Die Wikipedia dazu:

An der Bezeichnung Staatsschuldenkrise wird u.a. von Peter Bofinger kritisiert, dass sie verschleiere, dass „wir eigentlich eine Krise der Finanzwirtschaft und der Banken haben, weil diese sich in Spekulationen statt in solider Kreditfinanzierung verausgabt haben“, was zur Finanzkrise ab 2007 geführt habe.(…)

Dabei werde übersehen, dass bei den finanzschwachen Ländern – mit Ausnahme von Griechenland – eine unsolide Haushaltspolitik nicht feststellbar sei. Die eigentliche Ursache für den Anstieg der Staatsverschuldung sei die Finanzkrise ab 2007 gewesen. Einer Korrektur der Fehlentwicklungen, die zur Finanzkrise geführt haben, werde zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Erklärungsmodelle zu Ursachen der Krise sind variantenreich und werden kontrovers diskutiert. Einer der weit verbreiteteren Ansichten zufolge handelt es sich um eine in erster Linie durch den Euro verursachte Krise. (…)

Mit Einführung des Euro wurden irische, spanische, italienische, portugiesische und griechische Anleihen plötzlich als so sicher angesehen wie deutsche Anleihen. Die Südeuropäer kamen plötzlich billiger an Geld, die Folge war ein vor allem im Immobilienbereich von Spekulationsblasen getriebener Wirtschaftsboom. Dies wiederum führte zu weit überdurchschnittlich starken Lohnerhöhungen, welche die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer verringerte. Da diese keine eigene Währung hatten, konnten sie die Überhitzung der Wirtschaft nicht stoppen.

Die reduzierte Wettbewerbsfähigkeit und damit einhergehenden nachhaltigen Leistungsbilanzdefizite der Krisenstaaten sind nach allgemeiner Auffassung eine wesentliche Ursache ihrer Schuldenkrisen.