islam

Fefe zu Trump

Fefe zu Trump:

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  • [l] Ich spare mir heute mal 50 Trump-Links und verweise stattdessen auf diese ausgesprochen lesenswerte Analyse. Das müsst ihr alle gelesen haben, das ist ein Feuerwerk an Money Quotes und Grusel-Erkenntnissen. U.a.: Dass sie zum Holocaust Day die Juden nicht erwähnt haben, war Absicht. Die „Rücktritte“ beim Außenministerium waren Rausschmisse, weil das Außenministerium den Muslim-Ban ver- oder wenigstens behindert hätte. Das DHS hat explizit angeagt, dass es illegal ist, Green Card Holdern die Einreise zu verweigern. Und der absolute Hammer ist Punkt 6. Lest selbst.
  • [l] Warum muss eigentlich ausgerechnet Donald Trump der erste Präsident sein, der nach der Wahl umsetzt, was er vorher versprochen hat? Wörtlich!

[l] Wow. Ich habe hier einen Erste-Reihe-Sitz, während um mich herum die USA im Faschismus versinken.

Trump hat mal eben verkündet, dass ab sofort Flüchtlinge und Bürger aus 7 mehrheitlich muslimischen Ländern nicht mehr einreisen dürfen. Unter anderem ist Syrien auf der Liste, aber auch der Iran, mit dem Obama ja gerade erst Frieden geschlossen hatte, nach Jahrzehnten des kalten Krieges.

Dann kam raus, dass auch Green-Card-Besitzer betroffen sind, das ist die offizielle US-Arbeitserlaubnis für Ausländer, mit der eigentlich auch eine Aufenthaltserlaubnis verbunden ist.

Viele Leute wollten das erst gar nicht glauben, aber die Fluglinien mussten das wohl ziemlich direkt umsetzen. Und es gibt jetzt auch Meldungen von Moslems, die am Flughafen von den Grenzern in Gewahrsam genommen wurden, das ist quasi Gefängnis (ein Bekannter von mir hat das mal erlebt, und dem wurde vom Wärter wörtlich gesagt „it’s not a prison, but we run it like one“).

Die Schockwellen breiten sich langsam aus. Google hat seine Angestellten aus den betroffenen Ländern in die USA zurückgerufen, in der Hoffnung, dass das noch nicht sofort umgesetzt wird (was sich als falsch herausgestellt hat). Aber selbst wenn man als Iraner noch ein letztes Mal reingelassen wird, dann kann man ja auch seine Familie nicht mehr besuchen fahren und so.

Vielen Menschen wird jetzt gerade so richtig klar, was das heißt, wenn da ein marodierender Trump an der Macht ist. Mit diesem Einreise-Bullshit hat Trump übrigens auch Putin überholt, was viele nicht für möglich gehalten hätten. Für die war das Angstszenario, dass sich die USA an Russland annähern könnten, nicht dass es hier schlimmer als dort werden könnte.

Der Fairness halber muss man sagen, dass das „nur“ ein „temporäres Einreiseverbot“ ist bisher.

Die ACLU hat natürlich sofort Klage eingereicht. NPR weist darauf hin, dass aus keinem der Länder in den letzten 20 Jahren ein Terrorist kam, der die USA angegriffen hat. Und dass Trump in anderen muslimischen Ländern noch fröhlich Geschäfte macht.

Der Iran hat direkt angekündigt, dann auch keine Amerikaner mehr bei sich reinzulassen.

Man kann der Spirale echt live beim schlimmer werden zugucken.

Wie deprimierend. Und Trump ist erst eine Woche im Amt!! Wie soll denn das bitte weitergehen?!

Zitatende ~~~

Die PEGIDA hatte Recht

Via Fefe:

Brüller der Woche: „Die PEGIDA hatte Recht. Wir hatten Unrecht.“

Dort rechnen sie anhand des Migrationsberichtes der Bundesregierung für 2013 vor, welches die Top-5-Herkunftsländer von islamistischen Abendlandszerstörern sind.

  1. Die islamische Republik Polen
  2. Das Kalifat Rumänien
  3. Die Vereinigten Emirate von Bulgarien
  4. Das Sultanat von Italien
  5. Saudi-Spanien

Wartet, wird noch besser: Die Einwanderung aus der Türkei ist negativ. Mehr Leute gehen von Deutschland in die Türkei als umgekehrt.

wir sind nicht charlie

„wir sind nicht charlie“

wir sind nicht für die meinungsfreiheit aufgestanden, als es notwendig war. wir haben nicht unter morddrohungen mohammed-karikaturen veröffentlicht. wir haben nicht trotz eines brandanschlages unsere arbeit wieder aufgenommen. wir sind nicht hingerichtet worden, weil wir gemacht haben, was richtig ist: sich nicht einschüchtern zu lassen, seine meinung auch dort zu vertreten, wo es weh tut, gegen alle versuche der unterdrückung durch terror, religion oder gesetz.

wir setzen unsere arbeit nicht an der stelle fort, an der in dieser woche zwölf menschen erschossen wurden.

beschämend ist für mich das reflexhafte handeln (…) einer generation, die im netz allem gedankenlos folgt, was kurzfristig aufmerksamkeit verdient. ob da nun #jesuischarlie, „rip joe cocker“ oder irgendwas mit #schneegida getwittert wird: es macht keinen unterschied mehr. es ist ein tausendfach kopiertes bekenntnis zu irgendetwas, das für den moment aktuell ist und ohnehin durch die timelines rauscht. und dieses bekenntnis will in meinem kopf einfach nicht mehr zu berührender anteilnahme werden, sondern wird zu dem, was es ist: eine große herde der belanglosigkeiten.
eine meinung hat jeder und sie muss raus in die welt, jetzt sofort. als ob man schockierende ereignisse nicht erst verarbeiten, als ob man dem gehirn nicht zeit geben müsste, sich darüber klarzuwerden, was hier gerade passiert ist, und noch viel wichtiger: was es bedeutet und welche konsequenzen wir daraus ziehen müssen. angst macht nicht der terroristische angriff auf das französisches satiremagazin charlie hebdo, angst machen die reaktionen darauf.

der feind ist nicht der islam,
der feind sind wir selber.

der feind ist die hysterische reaktion nach einem anschlag vor der eigenen haustür: die vorschnelle forderung nach mehr überwachung, nach mehr polizei, nach mehr gesetzen, nach todesstrafe und rettungsschüssen und vorratsdatenspeicherung.
der feind ist der reflex zu tun, was der terrorismus verlangt:
die grundwerte der freien demokratischen gesellschaft in frage zu stellen.

der feind ist nicht der islam, der feind sind wir selber.
die naiven, die denken, dass ein like oder fav die welt verändern könnte, dass es in den kommenden wochen und monaten reichen würde, die eigene meinung zu twittern. als ob twitter der ort für eine politische oder gesellschaftliche auseinandersetzung wäre. der feind sind die faulen, deren politisches handeln nicht über das anklicken einer online-petition hinausgeht, die lieber bloggen als gegen pegida auf die straße zu gehen. der feind sind die dummen, die nicht mehr selber denken, die keine zeitung mehr lesen, die keine nachrichten mehr schauen, die politisch und gesellschaftlich uninteressierten, die sich und der welt keine fragen mehr stellen. der feind sind die nichtwähler, die nichtdenker, die nicht-aufsteher, die inaktivisten. der feind ist die herde.

nein.
wir sind nicht charlie.
wir sind nicht mal nah dran.

Fefe zu Syrien

Fullquote:

Die FAZ hat einen Kurdenführer interviewt. Money Quote:

Wir brauchen alles. Aber was wir erstes benötigen, sind schwere Waffen, um die amerikanischen Panzer des „Islamischen Staats“ zu stoppen. Sie verfügen über mindestens fünfzig. Mit unserem traditionellen Gerät kommen wir dagegen nicht an.

Wendepunkt 11. September / Djebar

Als Algerierin fällt mir in New York bei dieser spektakulären Zerstörung, die programmiert wurde wie eine Apokalypse, vor allem das Schweigen, ja die Stummheit jener neunzehn Todesritter auf (sie haben keine Forderungen: kein Programm, kein Credo, keinerlei politische Ziele), sie opfern sich selbst und reißen 4.000 bis 5.000 Menschen aus dreißig verschiedenen Nationen mit in den Tod…

[…] Aber was ist die Aussage dieser Tat, die durch ihren undifferenzierten Hass nicht mehr zu deuten ist: Sie drückt nicht einmal Solidarität aus – eine Solidarität mit den Martyrien, mit all den Dramen, die im letzten Jahrzehnt des gerade vergangenen Jahrhunderts einander gefolgt sind: bei Bosnien angefangen, über Tschetschenien, das immer noch leidet, über die unterernährten Kinder in einem Irak, der weiter unter der Herrschaft des gefährlichen Diktators steht, bis hin zum Genozid in Rwanda, wo so viele westliche Grossmächte sich als Komplizen oder durch Nichtstun schuldig gemacht haben…

Nein, nicht einmal der Schatten eines Prozesses im Namen der Entrechteten der Dritten Welt ist bei diesen Tätern zu entdecken, welche die Katastrophe vom September ausgelöst haben.

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Aus: Assia Djebar (2001): „New York, die dunkle Katastrophe.“ In: Hoffmann; Schöller (Hg.): Wendepunkt 11. September 2001. Terror, Islam und Demokratie. Köln, 2001, S. 24-25

Žižek on Egypt’s revolution

Slovenian philosopher Slavoj Žižek making his point on what a non-Muslim sees in the Egyptian revolution, cleansing the revolution of the West’s very subtle propaganda.

Transcript Min. 3:35 and so on and so on:

“I think that [Blair’s] message was, if one can read between the lines, quite unambiguous… What they want is some changes that would allow the global situation to stay the same…

We like to hear how democracy as we understand it is something specifically Western. You should understand, different cultures and so on and so on.

But, what affected me tremendously when I was not only looking at the general picture of Cairo, but listening to interviews with participants, protesters there, is how cheap, irrelevant all this multicultural talk becomes. There where we are fighting a tyrant, we all are Universalists. We are immediately solidary with each other, that‘s how you build universal solidarity. Not with some stupid Unesco multicultural respect: ,We respect your culture, you ours.‘

It‘s the struggle for freedom. Here we have a direct proof that a) freedom is universal, and b) especially, proof against that cynical idea that somehow Muslim crowds prefer some kind of religiously fundamentalist dictatorship.

[…]

What happened in Tunesia, what happens now in Egypt, its precisely this universal revolution for dignity, human rights, economic justice. This is Universalism at work.

What we see daily in Egypt. One Egyptian protester said: „I‘am proud that I‘am Egyptian.“ I‘am proud for them! They gave us the lesson against this falsely respectful, but basically rascist prejudices. You know, ooh, Arabs have their specific culture, they cannot really get it.

They got it!

They understand democracy by doing what they are doing better than we do in the West. In Western Europe with our anti-immigrant parties and so on and so on. So I‘am proud for them.

Again, here is Universalism. This is the best argument that you can see on tv, against all that trash about ‚Clash of Civilizations‘ and so on and so on. The Moment you fight tyrany we are solidary.

No ‚Clash of Civilizations‘! We know what we mean. No miscommunication here.“

More Žižek in the guardian: „Why fear the Arab revolutionary spirit? – The western liberal reaction to the uprisings in Egypt and Tunisia frequently shows hypocrisy and cynicism.“

Where, then, should Mubarak go? Here, the answer is also clear: to the Hague. If there is a leader who deserves to sit there, it is him.

Solidarität in Kairo

Bild von Nevine Zaki: „Christian Protesters protecting their Muslims Fellows during their prayers.“

Freitagsgebet

Auf dem Tahrir-Platz wird gebetet, auch für die Toten der vergangenen Tage. Das sieht so aus:

http://yfrog.com/h2oselbj

Aus: West-östliches Sofa – Kuhhandel vor dem Freitagsgebet

Auch der Boston Globe dokumentiert in seiner Rubrik „The Big Picture“ die Ereignisse der Welt mal wieder in eindrucksvollen Bildern…