literatur

Eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr

FAZ Feuilleton: Demokratie im digitalen Zeitalter – Der Aufruf der Schriftsteller

Fünfhundertsechzig Schriftsteller aus der ganzen Welt, darunter fünf Literaturnobelpreisträger, protestieren mit einem internationalen Aufruf, den die F.A.Z. zusammen mit 31 anderen Zeitungen dokumentiert, gegen die systematische Überwachung im Internet durch Geheimdienste wie die amerikanische NSA. Sie rufen dazu auf, die Demokratie in der digitalen Welt zu verteidigen.

Die Unterzeichner, zu denen Umberto Eco, Tom Stoppard, Paul Auster, Jonathan Littell, J. M. Coetzee, Elfriede Jelinek, T. C. Boyle, Peter Sloterdijk und viele andere gehören, fordern, jeder Bürger müsse das Recht haben, mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine Daten gesammelt, gespeichert und ausgewertet werden. Sie erinnern an die Unschuldsvermutung als zentrale Errungenschaft unserer Zivilisation und appellieren an die Vereinten Nationen, eine „Internationale Konvention der digitalen Rechte“ zu verabschieden.

Aus dem Aufruf:

„Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. Deshalb müssen unsere demokratischen Grundrechte in der virtuellen Welt ebenso durchgesetzt werden wie in der realen.

  • Überwachung verletzt die Privatsphäre sowie die Gedanken- und Meinungsfreiheit.
  • Massenhafte Überwachung behandelt jeden einzelnen Bürger als Verdächtigen. Sie zerstört eine unserer historischen Errungenschaften, die Unschuldsvermutung.
  • Überwachung durchleuchtet den Einzelnen, während die Staaten und Konzerne im Geheimen operieren. Wie wir gesehen haben, wird diese Macht systematisch missbraucht.
  • Überwachung ist Diebstahl. Denn diese Daten sind kein öffentliches Eigentum: Sie gehören uns. Wenn sie benutzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen, wird uns noch etwas anderes gestohlen: Der freie Wille, der unabdingbar ist für die Freiheit in der Demokratie.“

Auf Fefe’s Blog zum Thema Vorratsdatenspeicherung:

Sigmar Gabriel lobt auf Facebook den FAZ-Appell der Schriftsteller und kriegt dafür aber sowas von voll auf die Fresse von einmal allen Kommentatoren, dass es eine Freude ist. Achtung: Link geht zu Facebook!

Video: kulturzeit: Schriftsteller gegen Massenüberwachung

 

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Ilja Trojanow bei Pelzig

hearts and bellies and muscles

„It was curious to think that the sky was the same for everybody, in Eurasia or Eastasia as well as here. And the people under the sky were also very much the same–everywhere, all over the world, hundreds or thousands of millions of people just like this, people ignorant of one another’s existence, held apart by walls of hatred and lies, and yet almost exactly the same–people who had never learned to think but were storing up in their hearts and bellies and muscles the power that would one day overturn the world.“

– George Orwell, 1984, Book 1, Chapter 10

Adjectives

“When you catch an adjective, kill it. No, I don’t mean utterly, but kill most of them — then the rest will be valuable. They weaken when close together. They give strength when they are wide apart.”
– Mark Twain

“The adjective has not been built that can pull a weak or inaccurate noun out of a tight place.”
– E.B. White

“The road to hell is paved with adjectives.”
– Stephen King

“[Whoever writes in English] is struggling against vagueness, against obscurity, against the lure of the decorative adjective.”
– George Orwell

“The adjective is the banana peel of the parts of speech.”
– Clifton Paul Fadiman

“Most adjectives are also unnecessary. Like adverbs, they are sprinkled into sentences by writers who don’t stop to think that the concept is already in the noun.”
– William Zissner

“Use no superfluous word, no adjective, which does not reveal something.”
– Ezra Pound

by una excursión incoherente

Einsam

Ein kleiner Kurzfilm von Serge Mustu zu Hermann Hesses „Im Nebel“.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Emmanuel Goldstein

„Emmanuel Goldstein besitzt wie der „Große Bruder“ ein zeitloses Wesen. Er ist ein ehemaliges Parteimitglied, aber der „Staatsfeind Nummer Eins“ (…) Goldstein und die Bruderschaft sind möglicherweise eine von der Partei geschaffene Illusion, ein Köder, der Abweichler anziehen soll, damit es für die Gedankenpolizei leichter wird, potenzielle Gedankenverbrecher zu fassen.

Er ist auch als einziger Oppositioneller nicht zur Unperson erklärt worden, da seine Funktion als Feindbild für das System unentbehrlich ist. In diesem Sinne ist er genauso unsterblich wie der Große Bruder.“

Quelle: Wikipedia / 1984 (Roman)

Osama Bin Goldstein?