religion

Die unbekannten Schätze des Vatikans

Von Fefe:

Ihr kennt das ja, wenn man einmal mit Aufräumen anfängt, da finden man plötzlich Sachen…! Der Vatikan zum Beispiel. Die paar hundert Millionen, die die im Dezember in der Sofaritze gefunden haben, haben sich jetzt zu 1,4 Milliarden Dollar summiert. So ein Sofa hätte ich ja auch gerne :) (Danke, Martin)

wir sind nicht charlie

„wir sind nicht charlie“

wir sind nicht für die meinungsfreiheit aufgestanden, als es notwendig war. wir haben nicht unter morddrohungen mohammed-karikaturen veröffentlicht. wir haben nicht trotz eines brandanschlages unsere arbeit wieder aufgenommen. wir sind nicht hingerichtet worden, weil wir gemacht haben, was richtig ist: sich nicht einschüchtern zu lassen, seine meinung auch dort zu vertreten, wo es weh tut, gegen alle versuche der unterdrückung durch terror, religion oder gesetz.

wir setzen unsere arbeit nicht an der stelle fort, an der in dieser woche zwölf menschen erschossen wurden.

beschämend ist für mich das reflexhafte handeln (…) einer generation, die im netz allem gedankenlos folgt, was kurzfristig aufmerksamkeit verdient. ob da nun #jesuischarlie, „rip joe cocker“ oder irgendwas mit #schneegida getwittert wird: es macht keinen unterschied mehr. es ist ein tausendfach kopiertes bekenntnis zu irgendetwas, das für den moment aktuell ist und ohnehin durch die timelines rauscht. und dieses bekenntnis will in meinem kopf einfach nicht mehr zu berührender anteilnahme werden, sondern wird zu dem, was es ist: eine große herde der belanglosigkeiten.
eine meinung hat jeder und sie muss raus in die welt, jetzt sofort. als ob man schockierende ereignisse nicht erst verarbeiten, als ob man dem gehirn nicht zeit geben müsste, sich darüber klarzuwerden, was hier gerade passiert ist, und noch viel wichtiger: was es bedeutet und welche konsequenzen wir daraus ziehen müssen. angst macht nicht der terroristische angriff auf das französisches satiremagazin charlie hebdo, angst machen die reaktionen darauf.

der feind ist nicht der islam,
der feind sind wir selber.

der feind ist die hysterische reaktion nach einem anschlag vor der eigenen haustür: die vorschnelle forderung nach mehr überwachung, nach mehr polizei, nach mehr gesetzen, nach todesstrafe und rettungsschüssen und vorratsdatenspeicherung.
der feind ist der reflex zu tun, was der terrorismus verlangt:
die grundwerte der freien demokratischen gesellschaft in frage zu stellen.

der feind ist nicht der islam, der feind sind wir selber.
die naiven, die denken, dass ein like oder fav die welt verändern könnte, dass es in den kommenden wochen und monaten reichen würde, die eigene meinung zu twittern. als ob twitter der ort für eine politische oder gesellschaftliche auseinandersetzung wäre. der feind sind die faulen, deren politisches handeln nicht über das anklicken einer online-petition hinausgeht, die lieber bloggen als gegen pegida auf die straße zu gehen. der feind sind die dummen, die nicht mehr selber denken, die keine zeitung mehr lesen, die keine nachrichten mehr schauen, die politisch und gesellschaftlich uninteressierten, die sich und der welt keine fragen mehr stellen. der feind sind die nichtwähler, die nichtdenker, die nicht-aufsteher, die inaktivisten. der feind ist die herde.

nein.
wir sind nicht charlie.
wir sind nicht mal nah dran.

Femen im Kölner Dom: “Ich bin Gott!”

Nach den Pussy Riot Aktivisten trat jetzt auch Femen im Kölner Dom auf. Von der inoffiziellen Infoseite femen.de:

FEMEN protestieren gegen Vatikans Propaganda der Kriminalisierung von Abtreibung. Sie fordern von Vatikans Ältesten und ihren fanatischen Anhänger, die Produktion mittelalterlicher Chimären einzustellen und ihre faulen Dogmen in Übereinstimmung mit der modernen Welt und den Menschenrechten zu überarbeiten.

Kommentar dazu via wirres.net:

In jeder Kirche hängt ein Mann mit nacktem Oberkörper, der von sich sagt, er sei Gott. Doch nur fair, wenn sich eine Frau dazugesellt.

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Love Police: Der Film

Seit gestern in den Kinos: Ein Dokumentarfilm über Charlie Veitch und „The Love Police“, die ich 2010 schonmal kurz im Blog hatte.

Telepolis: Hug the Police!

Was kann man mit einem Megaphone, YouTube und Temperament anstellen, wenn man von Überwachungsstaat und artverwandtem die Nase voll hat? Das fragte sich der Aussteiger Charles Veitch, der 2008 seinen Job als Finanzberater in London verlor. Seither lebte er als selbsternannter Volksaufklärer sein Mitteilungsbedürfnis aus und machte von seinem Recht auf Meinungsfreiheit intensiv in der Öffentlichkeit Gebrauch.

(…) Veitchs guerillamäßige Auftritte sind zwar provokant, allerdings nicht aggressiv. Im Gegenteil nannten sich er und sein zeitweiser Mitstreiter, der Performance-Künstler Danny Shine, „The Love Police“ und konfrontierten echte Polizisten demonstrativ mit Umarmungen.

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Habemus popstar

Kommentar von Fefe dazu…

Tausende bis Zehntausende neue Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, diesmal Mädchen in den Niederlanden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchungskommission.

Wieso ist eigentlich überall in den Medien Top-Thema, dass die noch keinen Papst gewählt haben? Wieso ist nicht Top-Thema, dass die katholische Kirche zerschlagen und ihr Reichtum unter den Armen verschenkt wurde?

Im Gegensatz zur BILD-Kampagne „Wir sind Papst!“ oder die Papst-Popstar-Poster

Das Titanic-Magazin: Katholiken aufgepaßt!

Sie sind katholisch, haben aber noch keine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten gefunden? Dann wird es höchste Zeit! Das können Sie noch tun:

  • Verlangen Sie bei ihrem Einwohnermeldeamt Einblick ins Wählerregister (notfalls mit Waffengewalt)
  • Zahlen Sie die hinterzogene Kirchensteuer nach
  • Gehen Sie in sich. War da nicht etwas, das Sie bei Ihrer letzten Beichte „vergessen“ haben?
  • Machen Sie einem Kardinal schöne Augen. Vorsicht! Mindestalter unbedingt beachten (des Kardinals)
  • Schauen Sie in den Spiegel. Schwebt da nicht ein Heiligenschein über Ihnen? Dann sind SIE der neue Pontifex! Der Herr stehe Ihnen bei

PS: Briefwahl ist leider nicht möglich, die Dinger am Kirchenportal nennt man Opferstöcke