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Deutungshoheit im Netz

Der „Twitter-Krieg“ um Gaza (idw-online, Prof. Demmelhuber)

So veröffentlichten die israelischen Streitkräfte über ihren offiziellen Twitter-Account (IDF) und Live-Blog (idfblog.com) mit Beginn der Kampfhandlungen Live-Bilder, Nachrichten und Videos, welche die Rechtmäßigkeit der Gewalt als Akt der Selbstverteidigung gegen aus dem Gaza-Streifen auf Israel abgefeuerte Raketen unterstreichen sollten (vgl. „Rocket Counter“ auf idfblog.com).

Gekontert wurden diese sowohl nüchternen als auch martialischen Statusmeldungen von der Hamas und ihr nahestehenden Gruppen mit Darstellungen von verletzten Kindern, Opfern unter der Zivilbevölkerung oder zerstörten zivilen Zielen inklusive martialischer Vergeltungsabsichten – ebenfalls über lebhafte Zuhilfenahme von Web 2.0-Medien und Plattformen.

„Das Internet ist weder gut noch böse“ (WDR 5, Prof. Marianne Kneuer)

Autokraten nutzen das Internet und soziale Medien, um ihre Gesellschaften zu kontrollieren. Sie entwickeln sehr subtile Methoden, indem sie zum Beispiel Netzspione ins Netz infiltrieren, die dann in Netz-Communities, in Facebook mitchatten und so Diskurse steuern oder auch kontrollieren und Netz-Dissidenten auch melden können.

Eine andere Methode sind die Micro-Blogs, die von Regierungen selbst installiert und genutzt werden, um den Bürgern gegenüber besonders modern, offen oder bürgernah zu erscheinen. Das wird gemacht, um das eigene System zu stützen und zu legitimieren.

Aktion KLEHRANLAGE

Update 31.05. – Dank zahlreicher Spenden hat Markus Kompa das Geld zusammen, um Berufung gegen das Hamburger Urteil einzulegen und notfalls sogar bis zum Bundesgerichtshof zu gehen. Siehe: Dr. Nikolaus Klehr, wir sehen uns in Karlsruhe!

Medienanwalt Markus Kompa wehrt sich stellvertretend gegen das System der Abmahnindustrie und deren „Grundgesetz verhöhnende Gängelei„.

Es geht um einen Youtube-Link, den Kompa gesetzt hat, und das Video ist eine ZDF-Dokumentar-Produktion, deren Inhalt der „Krebsarzt“ anficht. Dafür soll jetzt Kompa in Anspruch genommen werden. Es geht also mal wieder um Linkhaftung, und das LG Hamburg hat (wie zu befürchten stand) vorläufig zu Gunsten des „Krebsarztes“ entschieden.

Von blog.fefe.de

Etliche Blogger, Twitterer, Facebooker, Foren- und Wiki-User und Mailinglistenabsender, die Youtube-Links mit anderen teilen, laufen Gefahr, teure Abmahnungen zu erhalten und bei Widerstand mit aberwitzigen Prozessen überzogen zu werden. Bei einer solchen Bedrohungslage setzt jedoch automatisch etwas viel gefährlicheres ein:

Selbstzensur.

Von kanzleikompa.de

Mitzeichner in letzter Sekunde

„50.000 Menschen müssen ihnen klarmachen, dass wir einen neuerlichen Generalverdacht nicht hinnehmen werden!“ — AK Vorrat

Durch einen Endspurt an Unterzeichnern gelang dies heute, knapp vor Ablauf der Frist. Da soviele Menschen die Petition gegen Vorratsdatenspeicherung rechtzeitig mitgezeichnet haben, können die Petenten ihr/unser Anliegen nun sogar persönlich vorbringen.

Untenstehende Grafik fand ich dazu sehr interessant. Die Zahl der Stimmabgaben stieg rapide an, als erkennbar wurde, dass das Ziel in greifbare Nähe rückte, jedoch nur noch wenig Zeit blieb, um die notwendige Anzahl zu erreichen. Vielleicht gab es einige „stille“ Meinungsträger, die sich erst im Zuge der Bewegung entschlossen sich zu beteiligen?

Wie hoch ist wohl eigentlich die Hemmschwelle, um eine Petition des Bundestages mit seinen persönlichen Angaben zu unterzeichnen? Bei mir gab es eine Hemmschwelle. Sinkt die Hemmschwelle mit Aussicht auf Erfolg? Ist es eine Form von Solidarität, die erst mit zunehmender Kraft der Gruppe entsteht? Eine interessante Dynamik jedenfalls.

Das Gute ist: Die Petition läuft noch weitere drei Wochen bis zum 06.10.2011 und es können noch viel mehr Menschen Gesicht zeigen gegen die Vollprotokollierung unserer Kommunikationsdaten. Zu verdanken ist der Endspurt einer tollen Mobilisierung unzähliger Menschen, die alleine in den letzten 30 Stunden rund 20.000 Menschen dazu bewogen haben, mit ihrem Namen gegen die Vorratsdatenspeicherung einzutreten. Danke allen dafür.

netzpolitik.org / digitalegesellschaft.de

Grafik: AK Vorrat

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Demo: Freiheit statt Angst 2010

Bloggear es un acto de rebeldía

Es gritarle al mundo que todos tenemos algo que decir, y que tenemos las herramientas técnicas para lograrlo. Que no hay que tener miles de millones de dólares para expresarnos y tener éxito. Que no hay que militar en una ideología corporativa o política para que nuestras ideas sean escuchadas. Todo blogger, que comienza a escribir, rompe un molde, define una nueva historia, crea paradigmas cómo un Dios con sus 7 días. Un blogger es un creador de democracia, un demoledor de monopolios, un militante de la libertad de expresión, un emprendedor, un luchador, un comunicador, y por sobre todo, un participante. No deja que otros se expresen con su voz, el mismo lo hace.

via esquizopedia

Menschenrechts Filmpreis 2010

Der Gewinner des Menschenrechts-Filmpreiseses 2010 ist die Dokumentation „Iran: Elections 2009“ a.k.a. The Green Wave.

Seine Geschichte konstruiert der deutsch-iranische Regisseur Ali Samadi Ahadi (Lost Children) aus Interviews, Youtube-Videos, sowie den fiktiven Biografien zweier animierter Figuren, die die Stimmen Hunderter junger Iraner, aus tatsächlich existierenden Blog-, Facebook-, und Twitter-Beiträgen, zu Wort kommen lassen.

Sie erzählen ihre Version der „grünen Welle“ genannten Proteste gegen die manipulierten Wahlen im Sommer 2009, nachdem das Regime Telefon- und Mobilfunknetze sperrte, Oppositionelle verhaften ließ, ausländische Journalisten des Landes verwies und mit der Unterdrückung der Demokratie begann.

part 1 / 2 / 3 / 4 / 5

„Dabei ist die universelle Botschaft dieses Films nicht die einer Niederlage, sondern die Überzeugung, dass Recht und Gerechtigkeit am Ende siegen und die Täter sich für ihr Handeln verantworten müssen.  Und es scheint, als habe diese Hoffnung einen neuen, starken Verbündeten gefunden: die Weltmacht des Internets. Eine neue demokratische Kontrollinstanz, die nichts vergisst“, heißt es in der Begründung der Jury.

Der Menschenrechts-Filmpreis wird alle zwei Jahre verliehen und würdigt den Einsatz engagierter Filmemacher für die Einhaltung der Menschenrechte. In diesem Jahr waren 284 Dokumentar- und Kurzfilme in der Auswahl.

In der Kategorie „Bildungspreis“ gewann die Kurzreportage „Rückkehr ins Elend – Abschiebung der Roma ins Kosovo“ von Martina Morawietz. Als bester Kurzfilm wurde „Wegschauen und vertuschen? Die Geschichte einer Exekution in Afghanistan“ von Markus Zeidler ausgezeichnet, bester Amateurfilm ist aus Sicht der Jury „Reise ohne Rückkehr – Endstation Frankfurter Flughafen“ von Güclü Yaman.

Zuvor bei H@M: Mit offenen Karten: Bombenangriffe auf den Iran?

JMStV ablehnen!

Die Länderparlamente in Deutschland verabschieden gerade eine Neufassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (kurz JMStV), der die Pflichten aller Anbieter im Internet, auch die kleiner Blogs, neu regeln wird. Die vielleicht gutgemeinte Idee schiesst allerdings weit über das Ziel hinaus.

Entscheidend dabei ist, dass ein Inhalteanbieter in Zukunft selbst bewerten soll, für welche Altersstufen ein Inhalt gefährdend sein könnte, und zudem geeignete Maßnahmen treffen muss, die einen entsprechenden Schutz gewährleisten.

Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Durch Alterverifikation z.B. durch einen Personalausweis, oder ähnliches.
  2. Durch “Sendezeiten”, welche die Verfügbarkeit von Inhalten zeitlich begrenzen.
  3. Durch Alterskennzeichung, dass das Angebot ab 0, 6 oder 12 Jahre geeignet ist.

Die ersten beiden Optionen kommen für die meisten Blogs nicht in Frage, da sie aus finanziellen und technischen Gründen nicht umsetzbar sind. Die dritte Option ist eine Alterskennzeichnung auf einem niedrigen Level. Diese ist technisch leicht umzusetzen, jedoch juristisch sehr unsicher, da man die Bewertung aus finanziellen Gründen selbst vornehmen wird. Falls die Bewertung der Inhalte oder Kommentare nicht zutrifft, drohen hohen Geldstrafen und Abmahnungen.

Wenn man sich aber auf der juristisch sicheren Seite bewegen will und den Blog erst ab 18 Jahre freigibt, muss man wieder 1. oder 2. nutzen. Zudem überlässt man damit „die Indoktrination der nächsten Generation kampflos komplett staatlichen Agenturen (…) und wer braucht Medienkompetenz dringender als Jugendliche?“, wie fefe so schön sagt.

Lässt sich die Internet Sperre 2.0 also noch verhindern?

Falls nicht, könnten kritische Blogs und freie Internetseiten verschwinden. Und das Internet ein großes Stück ärmer…

Viel wichtiger aber: Beim JMStV geht es längst nicht nur um die Interessen einer gerne als Randgruppe abgetanen “Netz-Community” – ebenso wenig, wie es in Stuttgart um einen Bahnhof geht. Es ist eine verrückte Welt, aber: Politiker sehen sich auf einmal mit politisch interessierten Bürgern konfrontiert, die eine transparente und an Sachargumenten orientierte Politik einfordern. (Brief von Daniel Bär)

Ein Kommentar zur schwachen Argumentation der Grünen:

UPDATE – Ist bei den GrünenNRW doch nicht nicht alle Hoffnung verloren? Ergebnis der Fraktionssitzung von heute: Grüne wollen mit SPD Gespräche über Nicht-Zustimmung führen

Bild: blog.pantoffelpunk.de

Link: Wie der JMStV Kindern schaden wird

Zuvor bei h@m: Die Freiheit des Internets bewahren